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Businessplan-Beispiel: ein fertiger Plan für Selbstständige

Sebastiaan WolzakGründer von finkraftStand: 4. Oktober 2026

Wie ein fertiger Businessplan aussieht, zeigen die meisten Vorlagen nicht. Sie liefern Überschriften und leere Tabellen. Hier steht ein ganzer Plan an einem Fall: jedes Kapitel ausgefüllt, und bei jedem siehst du, welche Zahlen es begründet. Den Finanzteil kannst du als PDF ansehen.

Der Fall ist Lena, eine Übersetzerin für Englisch und Deutsch. Sie war angestellt, hat ihre Stelle verloren und macht sich im Januar 2027 mit dem Gründungszuschuss der Arbeitsagentur selbstständig. Sie arbeitet von zu Hause und schreibt Rechnungen mit Umsatzsteuer. Lena gibt es nicht, ihre Zahlen sind Annahmen. Sie sind aber so gewählt, dass sie zusammenpassen.

Wie ein Businessplan aufgebaut ist

Ein Businessplan hat einen Textteil und einen Zahlenteil, und beide hängen zusammen. Der Zahlenteil rechnet mit Annahmen: Preis, Menge, Anlaufzeit, Kosten. Der Textteil begründet diese Annahmen und macht sie für Bank, Arbeitsagentur oder die fachkundige Stelle nachvollziehbar. Wer deinen Plan prüft, achtet vor allem darauf, ob beides zusammenpasst.

  • Zusammenfassung: das Vorhaben und das Ergebnis der Rechnung in Kurzform.
  • Gründerperson: warum du die Leistung schaffst, mit der der Plan rechnet.
  • Angebot und Zielgruppe: was du verkaufst, an wen und zu welchem Preis.
  • Markt und Wettbewerb: ob Nachfrage und Preis realistisch sind.
  • Marketing und Vertrieb: wie die ersten Kunden kommen und wie schnell der Umsatz wächst.
  • Rechtsform und Organisation: welche Steuern, Versicherungen und Kosten anfallen.
  • Finanzplan: die Rechnung selbst, vom Umsatz bis zum Kontostand.

Zu jedem Kapitel siehst du unten den Anfang aus Lenas Plan. Aufgeklappt steht der ganze Abschnitt, darunter, welche Zahlen er begründet. Im echten Plan ist jedes Kapitel ein bis zwei Seiten lang, hier steht jeweils der Kern.

Zusammenfassung: Beispiel

Die Zusammenfassung schreibst du zuletzt, wenn die Zahlen stehen. Sie verbindet Angebot, Kunden und das Ergebnis der Rechnung. Wer nur diese Seite liest, soll danach wissen, worum es geht und ob die Rechnung aufgeht.

Aus dem Beispiel-Plan · Zusammenfassung

Ich mache mich zum 1. Januar 2027 als freiberufliche Fachübersetzerin für Englisch und Deutsch selbstständig. Ich übersetze technische Dokumentation, Datenblätter und Verträge für Maschinenbauer und Übersetzungsagenturen.

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Meine Erfahrung bringe ich aus acht Jahren in der Technischen Redaktion eines Maschinenbauers mit. Zwei Agenturen und ein früherer Geschäftspartner meines Arbeitgebers haben mir erste Aufträge in Aussicht gestellt. Weitere Kunden gewinne ich über das Verzeichnis meines Berufsverbands, meine Website und Fachmessen.

Ich rechne im Durchschnitt mit 1,60 € je Normzeile. Nach vier Monaten Anlauf erreiche ich ab Mai 2.400 Zeilen im Monat, 2028 rund 2.800. Im ersten Jahr ergibt das einen Gewinn von 30.730 €, nach Steuer und Krankenkasse bleiben 19.823 €. Das deckt meinen Lebensunterhalt von 1.900 € im Monat noch nicht ganz. Die Lücke schließt der Gründungszuschuss. Ab 2028 trägt sich das Geschäft allein.

Zum Start brauche ich Laptop, Bildschirm und Übersetzungssoftware für rund 2.100 € netto. Ich bezahle sie aus 6.000 € Ersparnissen. Einen Kredit brauche ich nicht, mein Geschäftskonto bleibt im ganzen Planungszeitraum im Plus.

Daran hängt im Zahlenteil
  • Fasst die Rentabilitätsvorschau zusammen: Gewinn, was nach Steuer bleibt, Überschuss nach Lebenshaltung.
  • Fasst Kapitalbedarf und Finanzierung zusammen: Anschaffungen, Ersparnisse, Zuschuss, tiefster Kontostand.

Gründerperson: Beispiel

Dieses Kapitel ist kein zweiter Lebenslauf, der liegt dem Plan ohnehin bei. Es zeigt, warum deine Erfahrung die Annahmen im Zahlenteil trägt, zum Beispiel wie viel du an einem Tag schaffst.

Aus dem Beispiel-Plan · Gründerperson

Ich habe Sprachwissenschaft mit Schwerpunkt Englisch studiert und danach acht Jahre in der Technischen Redaktion eines Maschinenbauers gearbeitet.

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Dort habe ich Betriebsanleitungen, Wartungshandbücher und Schulungsunterlagen ins Englische übertragen, die Terminologie des Unternehmens gepflegt und Übersetzungen externer Agenturen geprüft. Ich kenne die Fachsprache des Maschinenbaus und weiß, worauf Hersteller bei technischer Dokumentation achten.

Mit Übersetzungssoftware, Translation-Memorys und Terminologiedatenbanken arbeite ich seit Jahren täglich. Aus dieser Zeit weiß ich, wie viel ich schaffe: An einem vollen Übersetzungstag sind es rund 300 Normzeilen.

Kaufmännische Grundlagen, Kalkulation und Buchhaltung habe ich in einem Gründungsseminar vertieft. Ich bin Mitglied in einem Berufsverband für Übersetzerinnen und Übersetzer und bilde mich jedes Jahr fachlich fort.

Daran hängt im Zahlenteil
  • Rund 300 Normzeilen an einem vollen Tag: Daraus ergeben sich die 2.400 Zeilen im Monat, das sind etwa acht volle Übersetzungstage.
  • Verbandsbeitrag und Fortbildung stehen als jährliche Kosten im Plan.

Angebot und Zielgruppe: Beispiel

Hier steht, was du verkaufst, an wen und zu welchem Preis. Aus diesem Kapitel kommt der Preis, mit dem der Zahlenteil rechnet, und die Zahlungsfrist deiner Kunden.

Aus dem Beispiel-Plan · Angebot und Zielgruppe

Ich übersetze technische Dokumentation, Datenblätter und Verträge aus dem Deutschen ins Englische und aus dem Englischen ins Deutsche.

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Dazu biete ich die Prüfung maschinell vorübersetzter Texte an. Viele Unternehmen lassen Standardtexte zuerst maschinell übersetzen und brauchen dann jemanden, der Fachbegriffe, Sicherheitshinweise und Stil prüft.

Meine Kunden kommen aus zwei Gruppen. Übersetzungsagenturen geben technische Aufträge an Fachübersetzerinnen weiter, sie zahlen weniger, liefern aber regelmäßig Arbeit. Mittelständische Maschinenbauer beauftragen direkt, sie zahlen mehr, brauchen aber länger bis zum ersten Auftrag.

Ich rechne nach Normzeilen zu 55 Anschlägen ab, im Durchschnitt mit 1,60 € netto. Agenturaufträge liegen darunter, Direktaufträge darüber. Meine Rechnungen sind innerhalb von 30 Tagen fällig.

Daran hängt im Zahlenteil
  • Zeilenpreis 1,60 € als Durchschnitt aus Agentur- und Direktaufträgen.
  • Zahlungsziel 30 Tage: Das Geld für einen Monat kommt erst im nächsten.

Markt und Wettbewerb: Beispiel

Das Kapitel prüft, ob es für dein Angebot genug Nachfrage gibt und ob dein Preis zum Markt passt. Belege zählen hier mehr als Adjektive: Gespräche mit Kunden, Zahlen eines Verbands, Preise von Mitbewerbern.

Aus dem Beispiel-Plan · Markt und Wettbewerb

Technische Übersetzungen kaufen Unternehmen bei Agenturen oder direkt bei freiberuflichen Fachübersetzerinnen und Fachübersetzern.

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Maschinelle Übersetzung hat den Markt verändert. Einfache Texte werden seltener von Menschen übersetzt, dafür ist die Prüfung maschineller Texte als eigene Leistung dazugekommen. Texte mit Haftungsbezug, etwa Sicherheitshinweise und Verträge, werden weiter von Menschen übersetzt oder geprüft.

Im Verzeichnis meines Berufsverbands finde ich in meiner Region eine überschaubare Zahl von Kolleginnen und Kollegen mit Englisch und Technik, die meisten decken mehrere Fachgebiete ab. Mich unterscheidet die Erfahrung aus der Technischen Redaktion: Ich kenne diese Texte von der Herstellerseite.

Meinen Preis habe ich mit den Angeboten verglichen, die mein früherer Arbeitgeber von Agenturen und freien Übersetzern bekommen hat, und mit der Honorarumfrage meines Berufsverbands. Mein Durchschnittspreis liegt in dem Bereich, den ich dort gesehen habe.

Daran hängt im Zahlenteil
  • Macht den Zeilenpreis plausibel: Vergleich mit echten Angeboten und der Honorarumfrage.
  • Begründet, warum die Nachfrage für 2.400 bis 3.000 Zeilen im Monat reicht.

Marketing und Vertrieb: Beispiel

Hier steht, wie die ersten Kunden kommen und wie schnell es mehr werden. Das Kapitel ist die Begründung für die Anlaufkurve im Umsatz, und für die Kosten der Kundensuche.

Aus dem Beispiel-Plan · Marketing und Vertrieb

Die ersten Aufträge kommen über zwei Übersetzungsagenturen, mit denen ich bereits gesprochen habe, und über einen früheren Geschäftspartner meines Arbeitgebers.

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Die Agenturen haben mir für die ersten Monate Aufträge von zusammen 800 bis 1.200 Zeilen im Monat in Aussicht gestellt. Damit ist der Anlauf im Januar und Februar gedeckt.

Ab März baue ich Direktkunden auf: über einen Eintrag im Verzeichnis meines Berufsverbands, eine eigene Website mit Fachgebieten und Arbeitsproben und den Besuch von zwei Fachmessen im Jahr. Für Website und Werbung plane ich 50 € im Monat ein.

Ab Mai erreiche ich die geplante Auslastung von rund 2.400 Zeilen im Monat. Die übrige Zeit geht in Kundensuche, Korrekturen und Verwaltung. 2028 soll der Anteil der Direktkunden steigen und die Menge auf 2.800 Zeilen wachsen.

Daran hängt im Zahlenteil
  • Anlaufkurve: 800, 1.200, 1.600 und 2.000 Zeilen, ab Mai 2.400.
  • Wachstum: 2028 rund 2.800 Zeilen im Monat, 2029 rund 3.000.
  • Website und Marketing als laufende Kosten.

Rechtsform und Organisation: Beispiel

Rechtsform und Organisation entscheiden, welche Steuern, Versicherungen und Kosten im Zahlenteil stehen. Hier gehören auch die Anschaffungen zum Start hin.

Aus dem Beispiel-Plan · Rechtsform und Organisation

Ich gründe als Einzelunternehmerin. Übersetzerinnen sind freiberuflich tätig, deshalb melde ich kein Gewerbe an, sondern melde meine Tätigkeit beim Finanzamt an und zahle keine Gewerbesteuer.

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Ich bin keine Kleinunternehmerin, sondern stelle Umsatzsteuer in Rechnung. Meine Kunden sind Unternehmen und bekommen sie als Vorsteuer zurück. Die Umsatzsteuer-Voranmeldung gebe ich monatlich ab.

Ich arbeite von zu Hause. Laptop, zweiten Bildschirm, Headset und Übersetzungssoftware kaufe ich zum Start für rund 2.100 € netto. Laufend kosten Software und Lizenzen 65 € im Monat, Telefon und Internet 40 €. Eine Berufshaftpflicht ist abgeschlossen, dazu kommen Verbandsbeitrag und Fortbildung.

Ich bin freiwillig gesetzlich krankenversichert. Der Beitrag richtet sich nach meinem Gewinn, in den ersten sechs Monaten zählt zusätzlich der Teil des Gründungszuschusses, der dem Arbeitslosengeld entspricht. Buchhaltung und Umsatzsteuer mache ich selbst, die Einnahmen-Überschuss-Rechnung und die Steuererklärung übernimmt ab dem ersten Jahresabschluss eine Steuerberaterin.

Daran hängt im Zahlenteil
  • Keine Gewerbesteuer, Umsatzsteuer monatlich im Liquiditätsplan.
  • Kosten: Ausstattung zum Start, Software, Telefon, Haftpflicht, Verband, Fortbildung und ab 2028 die Steuerberatung.
  • Krankenkasse aus dem Gewinn, in den ersten sechs Monaten zusätzlich auf den Zuschuss.

Was bei der Anmeldung beim Finanzamt gefragt wird:

Fragebogen zur steuerlichen Erfassung: der Start beim Finanzamt

Finanzplan im Businessplan: Beispiel mit Zahlen

Der Zahlenteil beginnt beim Umsatz, und der Umsatz beginnt bei Preis und Menge. Lena rechnet mit 1,60 € je Normzeile. Ab Mai plant sie 2.400 Zeilen im Monat, das sind etwa acht volle Übersetzungstage. Die übrige Zeit geht in Kundensuche, Korrekturen und Verwaltung.

  • Anlauf: 800 Zeilen im Januar, 1.200 im Februar, 1.600 im März, 2.000 im April.
  • Ab Mai 2.400 Zeilen im Monat, 2028 dann 2.800 und 2029 3.000.
  • Kunden zahlen nach 30 Tagen. Das Geld für Januar kommt im Februar, das für Dezember erst im neuen Jahr, und erst dann zählt es als Einnahme.
  • Laufende Kosten: Software, Telefon, Website, Berufshaftpflicht, Berufsverband, Fortbildung und ab dem zweiten Jahr die Steuerberatung.
  • Zum Start: Laptop und Arbeitsplatz, bezahlt aus 6.000 € Ersparnissen.
  • Lebenshaltung: 1.900 € im Monat, ohne Krankenkasse. Die rechnet der Plan aus dem Gewinn.
  • Gründungszuschuss: sechs Monate lang das bisherige Arbeitslosengeld, hier angenommen 1.400 €, plus 300 € im Monat. Die neun Monate mit 300 €, die danach bewilligt werden können, sind nicht eingeplant.
BeispielRentabilitätsvorschau von Lena für drei Jahre
Umsatz
2027
35.840 €
2028
53.120 €
2029
57.280 €
Kosten
2027
−5.110 €
2028
−4.210 €
2029
−4.210 €
Gewinn vor Steuern
2027
30.730 €
2028
48.910 €
2029
53.070 €
Einkommensteuer und Krankenkasse
2027
−10.907 €
2028
−20.487 €
2029
−22.840 €
Bleibt nach Steuern
2027
19.823 €
2028
28.423 €
2029
30.230 €
Lebenshaltung
2027
−22.800 €
2028
−22.800 €
2029
−22.800 €
Überschuss
2027
−2.977 €
2028
5.623 €
2029
7.430 €
Gründungszuschuss (nicht im Gewinn)
2027
10.200 €
2028
–
2029
–
Krankenkasse auf den Zuschuss
2027
−1.772 €
2028
–
2029
–
Beispielwerte in Euro, netto, gerechnet mit finkraft. Einkommensteuer nach Grundtarif 2026 ohne Kirchensteuer, Kranken- und Pflegeversicherung freiwillig gesetzlich, ohne Krankengeld, kinderlos. 2028 und 2029 mit den Werten von 2026. Der Gründungszuschuss ist steuerfrei (§ 3 Nr. 2 Buchst. a EStG) und steht deshalb nicht im Gewinn; für die Krankenkasse zählt in den ersten sechs Monaten der Anteil in Höhe des Arbeitslosengelds, die 300 € nicht.
finkraft

Bank-Report

So sieht der Zahlenteil aus, wenn finkraft ihn aus deinem Plan erzeugt: Rentabilität, Liquidität Monat für Monat und alle Steuertermine, als PDF und Excel.

Bank-Report ansehen

Den Finanzteil dieses Beispiels gibt es als PDF mit acht Seiten:

Beispiel-PDF ansehen →

Im ersten Jahr bleiben Lena nach Steuer und Krankenkasse 19.823 €. Für ihre Lebenshaltung reicht das nicht ganz, es fehlen 2.977 €.

Diese Lücke schließt der Gründungszuschuss. Er ist steuerfrei und steht deshalb nicht im Gewinn, sondern in der Liquidität. Für die Krankenkasse zählt der Teil, der dem Arbeitslosengeld entspricht, trotzdem mit, die 300 € nicht. Im Beispiel kostet das in den sechs Monaten zusammen 1.772 € Beitrag.

Welche Fragen die fachkundige Stelle zu genau diesen Zahlen stellt:

Tragfähigkeitsbescheinigung: was die Stelle in deinem Plan prüft

Ab 2028 trägt sich das Geschäft allein. Nach Lebenshaltung bleiben dann 5.623 € im Jahr übrig.

Wie die Rentabilitätsvorschau aufgebaut ist, Zeile für Zeile:

Rentabilitätsvorschau erstellen: drei Jahre auf einem Blatt

Liquidität und Kapitalbedarf: wann es knapp wird

Die Rentabilitätsvorschau sagt, ob sich das Geschäft trägt. Ob das Geld in jedem Monat reicht, zeigt erst der Kontostand. Lena startet mit 6.000 € auf dem Geschäftskonto. Im Januar kauft sie Laptop und Arbeitsplatz, und ihre ersten Rechnungen werden erst im Februar bezahlt. Ihr Konto sinkt deshalb auf 1.993 €, den tiefsten Stand im ganzen Plan.

Heikel wird es noch einmal ab April 2028. Dann ist die erste Vorauszahlung für 2028 fällig, und ab dann können die Steuernachzahlung für 2027 und die Nachberechnung der Krankenkasse kommen, je nachdem, wann die Bescheide eintreffen. Der Plan setzt alle drei in den frühesten Monat, zusammen 8.675 €. Weil er diese Beträge ab dem ersten Monat als Rücklage mitführt, ist das Geld da.

Der Kapitalbedarf ist deshalb nicht die Summe der Anschaffungen. Er ist der Betrag, der den tiefsten Monat auffängt. Im Beispiel reichen die Ersparnisse, ein Kredit ist nicht nötig.

Wenn deine Ersparnisse für die Anlaufzeit nicht reichen:

Kredit für Selbstständige: so rechnet die Bank dein Einkommen

Woran Businesspläne oft scheitern

  • Der eigene Lebensunterhalt fehlt. Der Plan endet beim Gewinn, und niemand sieht, ob davon Miete und Krankenkasse bezahlt werden.
  • Der Umsatz ist geschätzt statt hergeleitet. Eine Jahreszahl ohne Preis und Menge lässt sich nicht prüfen.
  • Gewinn und Kontostand werden verwechselt. Ein Plan kann im Jahr Gewinn zeigen und trotzdem in einem Monat ins Minus rutschen.

Welche Blätter in den Finanzplan gehören und welcher Fehler fast allen passiert:

Der Zahlenteil deines Businessplans
Merk dir

Ein Businessplan ist eine Geschichte, deren Zahlen zusammenpassen müssen. Leite den Umsatz aus Preis und Menge her, rechne bis nach Steuer, Krankenkasse und Lebenshaltung und prüfe den Kontostand Monat für Monat. Den Kapitalbedarf bestimmt der tiefste Monat, nicht die Liste der Anschaffungen.

Wichtig: finkraft ersetzt keine Steuerberatung. Du bekommst eine ehrliche Planungsrechnung für deine Entscheidungen. Verbindliche Auskünfte und deine Steuererklärung gehören weiter in die Hände deiner Steuerkanzlei.

FAQ

Häufige Fragen

Ein Businessplan besteht aus einem Textteil und einem Zahlenteil. Im Textteil stehen Zusammenfassung, Gründerperson, Angebot und Zielgruppe, Markt und Wettbewerb, Marketing und Vertrieb sowie Rechtsform und Organisation. Der Zahlenteil enthält Kapitalbedarf, Finanzierung, Rentabilitätsvorschau und Liquiditätsplan. Beide Teile müssen zueinander passen.

Eine feste Länge schreibt niemand vor. Bei einer Solo-Gründung ist jedes Textkapitel meist ein bis zwei Seiten lang, dazu kommt der Zahlenteil. Wichtiger als die Seitenzahl ist, dass jedes Kapitel die Annahmen begründet, mit denen der Zahlenteil rechnet, und dass die Rechnung bis zum Lebensunterhalt reicht.

Den Finanzteil des Beispiels in diesem Artikel gibt es als PDF: Rentabilität, Liquidität und Steuertermine einer Übersetzerin über drei Jahre, so wie finkraft den Zahlenteil erzeugt. Die Textkapitel stehen im Artikel, jeweils mit den Zahlen, die sie begründen. Übernimm sie nicht wörtlich, Prüfer erkennen kopierte Pläne.

Der Finanzplan zeigt den Kapitalbedarf für den Start, wie er finanziert wird, eine Rentabilitätsvorschau über mehrere Jahre und einen Liquiditätsplan Monat für Monat. Bei Selbstständigen gehören Einkommensteuer, Krankenkasse und der eigene Lebensunterhalt dazu, sonst ist nicht zu sehen, ob das Geschäft trägt.

Die Arbeitsagentur und die fachkundige Stelle, die die Tragfähigkeit beurteilt, wollen eine Beschreibung des Vorhabens, deinen Lebenslauf, einen Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan sowie eine Umsatz- und Rentabilitätsvorschau. Einen Zeitraum nennt der Vordruck nicht, üblich sind drei Jahre. Der Gründungszuschuss ist eine Ermessensleistung, einen Rechtsanspruch gibt es nicht.

Nein. Der Gründungszuschuss ist steuerfrei und erhöht auch nicht den Steuersatz auf deinen Gewinn. Anders ist es beim Arbeitslosengeld, das du im selben Jahr vor der Gründung bezogen hast: Das erhöht den Steuersatz. Für die Krankenkasse zählt in den ersten sechs Monaten der Teil des Zuschusses, der dem Arbeitslosengeld entspricht, die 300 € nicht.

Ja. Als Selbstständige zahlst du die Krankenkasse allein und die Einkommensteuer auf deinen Gewinn. Beides geht vom selben Geld ab, aus dem du lebst. Ein Plan, der beim Gewinn vor Steuern endet, überschätzt, was dir bleibt.

Ja, ein schwächeres erstes Jahr ist bei Gründungen normal. Der Plan sollte dann zeigen, wie die Lücke finanziert wird, etwa durch Ersparnisse, einen Zuschuss oder einen Kredit, und ab wann das Geschäft deinen Lebensunterhalt trägt.

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