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Soll-Ist-Vergleich für Selbstständige: Plan und Konto abgleichen

Sebastiaan WolzakGründer von finkraftStand: 26. Oktober 2026

Der Monat ist vorbei, und auf dem Konto ist weniger angekommen als geplant. Ist das ein Problem, oder gleicht es sich von selbst aus? Das beantwortet dir ein Soll-Ist-Vergleich.

Hier liest du, was du jeden Monat vergleichst, wie du eine Abweichung einordnest und was du danach tust. Das Beispiel ist ein ganz normaler Monat einer Grafikdesignerin.

Soll-Ist-Vergleich: was das ist

Beim Soll-Ist-Vergleich stellst du deinen Plan neben das, was tatsächlich passiert ist. Soll ist der geplante Wert, Ist der echte. Die Abweichung ist Ist minus Soll. Manche sagen auch Ist-Soll-Vergleich, gemeint ist dasselbe.

Was du jeden Monat vergleichst

  • Einnahmen: was auf dem Konto angekommen ist, nicht was du in Rechnung gestellt hast.
  • Ausgaben: was du tatsächlich bezahlt hast.
  • Was übrig bleibt: Einnahmen minus Ausgaben.
  • Rücklage: ob das Geld für Steuer und Krankenkasse noch reicht.
  • Kontostand: ob dein Konto so hoch ist wie geplant.

Ein Beispiel

Die Grafikdesignerin hat für den Monat 6.000 € Einnahmen und 1.500 € Ausgaben geplant. Tatsächlich sind 4.500 € eingegangen, und sie hat 1.750 € ausgegeben. Übrig bleiben 2.750 € statt 4.500 €.

Beispiel · Grafikdesignerin, ein MonatGeplant gegen tatsächlich
Im MonatSollIstAbw.
Einnahmen6.000 €4.500 €−1.500 €
Ausgaben1.500 €1.750 €+250 €
Übrig4.500 €2.750 €−1.750 €
Woher die Abweichung kommt
  • Ein Kunde zahlt erst im Folgemonatverschoben−1.000 €
  • Ein Auftrag ist ausgefallenweggefallen−500 €
  • Jahreslizenz für eine Softwareeinmalig−250 €
Beispielbeträge. Abweichung heißt tatsächlich minus geplant. Bei den Ausgaben bedeutet ein Plus, dass mehr ausgegeben wurde als geplant.
finkraft

Kontostand-Vorschau

Im Monats-Check von finkraft trägst du einmal im Monat Kontostand, Einnahmen und Ausgaben ein. Du siehst, was geplant war und was tatsächlich kam. Die Vorschau rechnet ab diesem Stand weiter.

Kontostand-Vorschau ansehen

Verschoben, weggefallen oder einmalig

Die Zahl allein sagt wenig. Wichtig ist, woher die Abweichung kommt. Im Beispiel gibt es drei Gründe.

  • Verschoben: Ein Kunde zahlt 1.000 € erst im nächsten Monat. Das Geld kommt also noch. Am Plan musst du nichts ändern. Behalte die offene Rechnung aber im Blick.
  • Weggefallen: Ein Auftrag über 500 € ist ausgefallen. Das Geld kommt nicht mehr. Hier passt du den Plan an.
  • Einmalig: Die Jahreslizenz für eine Software hat 250 € gekostet. Das passiert nur einmal im Jahr. Steht sie noch nicht im Plan, trägst du sie für das nächste Jahr ein.

Erst wenn eine Abweichung mehrere Monate hintereinander auftritt, ist sie ein Muster. Dann stimmt eine Annahme im Plan nicht mehr, zum Beispiel dein Preis oder die Zahl deiner Aufträge.

Was du tun kannst, wenn Kunden regelmäßig spät zahlen:

Zahlungsziel und Zahlungsverzug: wenn Kunden spät zahlen

Was Abweichungen an der Rücklage ändern

Weniger Gewinn heißt auch weniger Steuer und Krankenkasse. Im Beispiel senken der ausgefallene Auftrag und die Lizenz den Gewinn des Jahres um 750 €. Dadurch fallen rund 350 € weniger Steuer und Krankenkasse an. Die verschobene Rechnung ändert daran nichts, solange sie im selben Jahr bezahlt wird.

In finkraft ersetzen eingetragene Ist-Werte den Plan auch in dieser Rechnung. Die Rücklage rechnet also mit deinen echten Zahlen. Bleiben deine Einnahmen über Monate unter dem Plan, kannst du beim Finanzamt niedrigere Vorauszahlungen beantragen.

Wie die Vorauszahlungen entstehen und wann du sie ändern lassen kannst:

Steuervorauszahlungen, einfach erklärt

Bleiben die Einnahmen ganz aus, kommt es darauf an, wie lange dein Puffer reicht.

Wie lange dein Geld ohne neue Aufträge reicht:

Auftragsloch: wie lange reicht dein Geld?

Soll-Ist-Vergleich in Excel

Für den Anfang reicht eine einfache Tabelle mit drei Spalten: Soll, Ist und Abweichung. In der dritten Spalte steht die Formel Ist minus Soll. Mit einer vierten Spalte für den Grund siehst du nach ein paar Monaten, welche Abweichungen sich wiederholen.

Wie du den Plan aufstellst, mit dem du vergleichst:

Liquiditätsplanung: reicht das Geld auch nächsten Monat?
Merk dir

Beim Soll-Ist-Vergleich stellst du einmal im Monat deinen Plan und die tatsächlichen Zahlen nebeneinander. Wichtiger als die Höhe der Abweichung ist ihr Grund: verschoben, weggefallen oder einmalig. Danach entscheidest du, ob du den Plan, die Rücklage oder die Vorauszahlung anpasst.

Wichtig: finkraft ersetzt keine Steuerberatung. Du bekommst eine ehrliche Planungsrechnung für deine Entscheidungen. Verbindliche Auskünfte und deine Steuererklärung gehören weiter in die Hände deiner Steuerkanzlei.

FAQ

Häufige Fragen

Du stellst die geplanten Werte eines Monats neben die tatsächlichen. Für jede Zeile rechnest du Ist minus Soll. Danach ordnest du jede größere Abweichung nach ihrem Grund ein.

Soll steht für den Wert, den du geplant hast. Ist steht für den Wert, der tatsächlich eingetreten ist, zum Beispiel das Geld, das wirklich auf dem Konto angekommen ist.

Ist minus Soll. Im Beispiel sind 4.500 € statt der geplanten 6.000 € eingegangen. Die Abweichung beträgt also −1.500 €. Für die Abweichung in Prozent teilst du sie durch den Soll-Wert. Hier sind das 25 Prozent.

Für Selbstständige reicht einmal im Monat, am besten kurz nach dem Monatsende, wenn die Zahlungen da sind.

Die Suche nach dem Grund einer Abweichung. Für Selbstständige reichen meist drei Fragen: Kommt das Geld noch, kommt es nicht mehr, oder war es nur einmalig?

Eine eigene Vorlage brauchst du nicht. Eine Tabelle mit den Spalten Soll, Ist, Abweichung und Grund reicht. Die Abweichung rechnest du mit der Formel Ist minus Soll.

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