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Steuerreform 2027: was der neue Tarif Selbstständigen bringt

Sebastiaan WolzakGründer von finkraftStand: 25. Oktober 2026

Ab 2027 soll die Einkommensteuer sinken. In vielen Berichten klingt das nach deutlich mehr Geld. Für Selbstständige ist die Entlastung aber klein, bei den meisten sind es weniger als 10 € im Monat.

Hier liest du, was der neue Tarif bei deinem Gewinn ändert, wann du davon etwas merkst und wo 2027 tatsächlich mehr auf dich zukommt. Das gilt für hauptberuflich Selbstständige genauso wie für alle mit einem Nebengewerbe neben dem Job.

Grundfreibetrag 2027: wie hoch er werden soll

Der Grundfreibetrag soll 2027 von 12.348 € auf 12.564 € steigen. Bis zu diesem Einkommen zahlst du keine Einkommensteuer. Beschlossen ist das noch nicht. Was feststeht und was noch offen ist, steht am Ende des Artikels.

Was der neue Tarif bei deinem Gewinn ändert

Der neue Tarif senkt die Steuer bei fast jedem Gewinn ein wenig. Bei 30.000 € Gewinn zahlst du dadurch 45 € weniger Steuer im Jahr, bei 50.000 € sind es 66 €. Mehr als 119 € im Jahr sind es auch bei hohen Gewinnen nicht.

Hast du ein Nebengewerbe neben dem Job, teilt sich die Entlastung auf. Für dein Gehalt bekommst du sie über die Lohnsteuer, bei 40.000 € Gehalt sind das 53 € im Jahr. Auf den Gewinn aus dem Nebengewerbe kommt nur wenig dazu, bei 10.000 € Gewinn sind es 13 €.

Im Rechner siehst du, wie sich die Entlastung mit deinem Gewinn verändert.

Probier es aus

Was bringt dir die Reform?

Du bist selbstständig
50.000 €
2027 zahlst du 66 € weniger im JahrDas sind etwa 6 € im Monat.
0 €150.000 €300.000 €
Annahmen

Tarif 2027 laut Regierungsentwurf, noch nicht beschlossen. Ledig, mit Soli, ohne Kirchensteuer. Gewinn und Gehalt sind vereinfacht als zu versteuerndes Einkommen gerechnet. Abzüge wie die Krankenkasse senken es, die Entlastung ändert sich dadurch nur wenig.

finkraft

Steuer-Rücklage

finkraft rechnet dir jeden Monat aus, wie viel du für die Steuer deines Jahres zurücklegst. Sobald der Tarif 2027 beschlossen ist, rechnet der Plan damit.

Steuer-Rücklage ansehen

Wer 2027 mehr zahlt

Für sehr hohe Einkommen steigt die Steuer. Den Satz von 45 Prozent soll es schon ab 250.000 € geben, heute gilt er ab 277.826 €. Ab 280.000 € kommt eine neue Stufe mit 47 Prozent dazu.

Mehr als 2026 zahlst du ab einem zu versteuernden Einkommen von 253.544 €. Bei 300.000 € sind es 1.191 € mehr im Jahr. Für Ehepaare, die zusammen veranlagt werden, gelten die doppelten Beträge.

Wann du die Entlastung merkst

Angestellte merken die Änderung mit dem Gehalt im Januar, wenn das Gesetz rechtzeitig verkündet ist. Bei Selbstständigen läuft es über die Vorauszahlungen. Die setzt das Finanzamt nach deinem letzten Steuerbescheid fest.

Das Finanzamt kann die Vorauszahlungen an das neue Recht anpassen, es muss aber nicht. Spätestens mit dem Bescheid für 2027 wird abgerechnet, und was du zu viel gezahlt hast, bekommst du zurück. Bei so kleinen Beträgen bringt ein eigener Antrag auf niedrigere Vorauszahlungen wenig.

Wie die Vorauszahlungen entstehen und wann du sie ändern lassen kannst:

Steuervorauszahlungen, einfach erklärt

Was 2027 bei der Krankenkasse teurer wird

Mehr ändert sich 2027 bei der Krankenkasse, allerdings nicht für alle. Die Grenze, bis zu der dein Gewinn für den Beitrag zählt, soll von 5.812,50 € auf 6.375 € im Monat steigen. Liegt dein Gewinn über der alten Grenze, zahlst du bis zu 119 € mehr im Monat. Der Mindestbeitrag steigt um 12 € im Monat. Für alle anderen bleibt der Beitrag gleich.

Bei hohen Gewinnen zahlst du 2027 also bis zu 1.428 € mehr im Jahr an die Krankenkasse und sparst bei der Steuer höchstens 119 €. Mit einem Nebengewerbe neben dem Job bist du meist über den Job versichert und zahlst auf den Gewinn keinen eigenen Kassenbeitrag.

Ob du 2027 mehr an die Krankenkasse zahlst, mit Schnell-Check:

Krankenkassenbeitrag 2027: wen die höhere Grenze trifft

Bei der Rente ist für Selbstständige eine Pflicht zur Vorsorge im Gespräch. Beschlossen ist dazu noch nichts.

Was bei der Rentenversicherung geplant ist und was davon feststeht:

Rentenversicherung ab 2027: Was ändert sich, wenn du gründest?

Was das für deine Rücklage heißt

Für die Steuer kannst du 2027 so rechnen wie 2026. Der Unterschied liegt bei den meisten unter 10 € im Monat. Wichtiger ist, dass deine Vorauszahlungen zu deinem Gewinn passen. Liegt dein Gewinn über der alten Grenze der Krankenkasse, plane den höheren Beitrag mit ein.

Wie viel du für Steuer und Krankenkasse zurücklegst, mit Rechner:

Wie viel muss ich für die Steuer zurücklegen?

Was feststeht und was noch nicht

Stand ist der 25. Oktober 2026.

  • Geplant: ein neuer Tarif mit einem Grundfreibetrag von 12.564 €. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung liegt seit September 2026 im Bundestag.
  • Im Bundestag: Die erste Lesung war am 8. Oktober 2026. Jetzt berät der Finanzausschuss, die Anhörung ist am 4. November. Ein Termin für die Abstimmung steht noch nicht fest.
  • Der Bundesrat muss zustimmen. Seine letzten Sitzungen in diesem Jahr sind am 20. November und am 18. Dezember.
  • Für 2028 ist ein Grundfreibetrag von 12.900 € geplant.
Merk dir

Die Steuerreform 2027 senkt die Einkommensteuer für Selbstständige um höchstens 119 € im Jahr. Mehr zahlt nur, wer mehr als 253.544 € im Jahr zu versteuern hat. Hauptberuflich Selbstständige merken die Entlastung über die Vorauszahlungen oder den Bescheid, nicht im Januar. Bei der Krankenkasse ändert sich 2027 mehr, aber nur für hohe Gewinne und beim Mindestbeitrag.

Wichtig: finkraft ersetzt keine Steuerberatung. Du bekommst eine ehrliche Planungsrechnung für deine Entscheidungen. Verbindliche Auskünfte und deine Steuererklärung gehören weiter in die Hände deiner Steuerkanzlei.

FAQ

Häufige Fragen

Geplant sind 12.564 €, für Ehepaare mit Zusammenveranlagung 25.128 €. 2026 sind es 12.348 €. Der Gesetzentwurf ist noch nicht beschlossen.

Wenig. Bei 30.000 € Gewinn sind es 45 € weniger Steuer im Jahr, bei 50.000 € sind es 66 €. Mehr als 119 € werden es nicht. Ab einem zu versteuernden Einkommen von 253.544 € steigt die Steuer.

Nein. Der Gesetzentwurf hatte am 8. Oktober 2026 die erste Lesung im Bundestag und liegt jetzt im Finanzausschuss. Danach müssen Bundestag und Bundesrat noch zustimmen.

Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent soll ab einem zu versteuernden Einkommen von 70.601 € gelten, heute gilt er ab 69.879 €. Den Satz von 45 Prozent soll es ab 250.000 € geben, neu ist eine Stufe mit 47 Prozent ab 280.000 €.

Nicht unbedingt. Das Finanzamt kann die Vorauszahlungen anpassen, muss es aber nicht. Spätestens mit dem Steuerbescheid für 2027 wird abgerechnet, und zu viel Gezahltes bekommst du zurück.

Auf dein Gehalt wirkt die Senkung über die Lohnsteuer, bei 40.000 € Gehalt sind es 53 € im Jahr. Dazu soll die Arbeitnehmer-Pauschale von 1.230 € auf 1.430 € steigen. Auf den Gewinn aus dem Nebengewerbe kommt wenig dazu, bei 10.000 € Gewinn sind es 13 € im Jahr.

Geplant ist ein Grundfreibetrag von 12.900 €. Die Grenzen der höheren Stufen bleiben wie 2027.

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